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Anleitung & Hintergrund

So arbeitest du mit Lautini Classroom

Von den ersten Schritten bis zum Wochenplan – und warum die Werkzeuge so gebaut sind, wie sie sind.

Erste Schritte

Classroom läuft im Browser auf classroom.lautini.ch. Du brauchst nur ein Konto und einen aktuellen Browser (Safari, Chrome, Edge).

  1. Auf der Startseite «30 Tage kostenlos testen» wählen und ein Konto anlegen. Eine Kreditkarte ist nicht nötig; die Testphase endet nach 30 Tagen von selbst.
  2. Danach jeweils über «Anmelden» einsteigen.
  3. Den Unterrichtscomputer an den Beamer anschliessen. Viele Seiten haben «Gross zeigen» für die Anzeige im Klassenzimmer.

So ist der Bildschirm aufgebaut

Klasse einrichten

Trag zuerst die Kinder ein; viele Werkzeuge greifen danach auf diese Liste zu (Zufall, Gruppen, Ämtli, Wochenplan, Etiketten, iPads).

  1. Im Bereich Klasse die Klassenliste öffnen und die Kinder eintragen.
  2. Nur Vornamen verwenden, keine Fotos der Kinder. Ergebnisse von den iPads erscheinen ohnehin unter einem Alias.
  3. Unter Bilder eigene Bilder hineinziehen. Classroom ordnet sie nach dem Dateinamen einem Wort zu; danach stehen sie im Arbeitsblatt, auf der Tafel, im Plan und in den Spielen bereit.
  4. Optional unter Extras die Seitenleiste anpassen und Werkzeuge ausblenden, die du nicht brauchst.

Im Unterricht: das Cockpit

Das Cockpit ist die Startseite für den Schultag. «Unterricht starten» öffnet die Ansicht für den Beamer, «Gross zeigen» vergrössert die aktuelle Seite.

WerkzeugWofürSo gehts
HeuteTagesstart als sprachliche RoutineJahreszeit und Wetter antippen; «Wörter: an» zeigt die Wörter zu den Bildern. Der Satz «Heute ist …» steht in Schulschrift.
TimerZeit sichtbar machenDarstellung wählen: Countdown, Balken, Sanduhr oder Lernuhr – je nachdem, was die Kinder lesen können.
ZufallFair auswählenName ziehen, Gruppen losen oder würfeln; ausgeloste Gruppen ins Gruppen-Board übernehmen.
SignaleLautstärke und ArbeitsformSignal wählen; es bleibt oben sichtbar, auch wenn ein anderes Werkzeug offen ist.
GruppenGruppen-BoardKinder Gruppen zuordnen und gross zeigen.
TafelDigitale TafelKarten, Bilder aus der Datenbank, freies Zeichnen. Rechts die Schalter für Silben und Lautgesten; dazu Lupe, Zeigestab, Spot und Abdecken.
SpieleBeamer- und iPad-SpieleBild aufdecken, Quizwand, Risikowand, Glücksrad, Wörter-Bingo, Reimpaare, Laufquiz. Die Inhalte kommen aus deiner Bilddatenbank.
RoutinenAbläufe in BildschrittenRoutine antippen, dann «Schritt für Schritt gross zeigen». Eigene Routinen unter «Eigene Routine anlegen».
ÄmtliKlassendiensteDienste und Kinder zuteilen, wöchentlich wechseln.

Material erstellen

Unter «Vorbereiten» in der Seitenleiste entsteht dein Material. Silbenfarben (erste Silbe blau, zweite rot), Bilder und Basisschrift kommen automatisch dazu.

Arbeitsblätter (Blätter)

  1. Links unter «Baustein hinzufügen» einen Baustein wählen, z. B. Verbinden, Lückentext, Nachspuren, Rechnen oder Setzkasten. Über 40 Bausteine sind nach Zuordnen, Ordnen, Schreiben, Lesen & Material, Rechnen sowie Seite & Ablauf sortiert.
  2. Unten im Baustein Wörter eintragen. Silben trennst du mit Bindestrich (Ha-se); fehlt ein Bild, wählst du es über das Bildsymbol.
  3. Rechts unter «Kopf» Überschrift, Schrift und Format einstellen.
  4. «Drucken / PDF» für Papier, «Lösung» für das Lösungsblatt, «Hör-Blatt» für eine vorgelesene Fassung.
  5. Unter «Dieses Blatt auf den iPads» Kinder wählen und festlegen, ob sie das Blatt am iPad ausfüllen oder nur anschauen.

Arbeitsaufträge (Aufträge)

  1. «+ Neu», Titel eingeben, Material wählen (z. B. Leseblatt, Bleistift, Farbstifte).
  2. Die Schritte mit Bild eintragen. Unter «Ausführlichkeit» bestimmst du, wie kleinschrittig der Auftrag erscheint.
  3. Unter «Zugewiesen» die ganze Klasse oder einzelne Kinder wählen; «Zeigen» bringt den Auftrag an den Beamer.

Ideen und Präsentationen

Planarbeit: Wochen- und Tagesplan

Im Bereich Planarbeit baust du Wochenpläne, die Kinder selbstständig lesen können: silbiert, farbig und mit Symbolen statt langer Texte.

  1. Oben das Kind wählen; mit «+ Kind» kommen weitere dazu. Die Zahl neben dem Namen zeigt die Anzahl Aufgaben.
  2. Unter Kopf Titel, Woche und Wochenziel eintragen.
  3. Unter Spalten & Optionen festlegen, welche Spalten der Plan hat (Uhrzeit, Ort, Sozialform, Material, Ablagefach …) und ob er im Hoch- oder Querformat erscheint.
  4. Unter Fächer und Material-Palette die Auswahl für deine Klasse zusammenstellen.
  5. «+ Aufgabe hinzufügen»: Fach und Text eingeben, dann die Knöpfe darunter setzen – allein oder mit Partner, Ort, Pflicht oder freiwillig, Material, Ablagefach, Zeit. Ein Kommentar erscheint als Hinweis für das Kind.
  6. Rechts wächst die Vorschau mit. «Drucken / PDF» für Papier oder «iPad-Datei für diesen Plan» für das iPad.

Symbole auf dem Plan: Stern = Pflicht, Regenbogen = Wahl, Figuren = allein, mit Partner oder in der Gruppe. Unten füllt das Kind die Selbsteinschätzung aus.

Tagesplan: Zwei Gruppen im Wechsel stehen nebeneinander, jede in ihrer Farbe. «Nur Bilder» hilft Kindern, die die Uhrzeit noch nicht lesen.

Sprache fördern

Die Sprachwerkzeuge findest du unter «Üben & Sprache» und «Im Unterricht». Fast alle lassen sich gross am Beamer zeigen und für die iPads freigeben.

WerkzeugWofürSo gehts
LautgestenLaut-Buchstaben-Zuordnung stützenLaut wählen und Geste gross zeigen; auf der Tafel lassen sich die Gesten über den Text legen.
Lauttafel BETALaute hören, Silben und Wörter bauenModus wählen: Laute, Silben oder Wörter; Anzeige mit Geste, Buchstabe oder beidem. Unter «Lauttafel anpassen» eigene Laute und Gestenbilder. Noch nicht alle Laute haben echte Aufnahmen; Silben ohne Aufnahme bleiben stumm.
BlitzLeseflüssigkeitÜbung mit Silben oder Wörtern anlegen, Tempo und Wiederholungen einstellen, «Hier üben» am Beamer oder «Auf die iPads». Unter «Rückmeldungen» siehst du, wer wie weit ist.
TandemPartnerlesenZwei Kinder lesen abwechselnd; Paare und Texte festlegen.
WortwerkstattWörter untersuchenWörter in Silben, Laute und Bausteine zerlegen.
SpracheErzählen und GesprächSatzstarter (Erzählen, Beschreiben, Ablauf erklären, Meinung sagen, Vermuten, Vergleichen), W-Fragen, Erzählschiene, Gefühle.
WörterWortschatz und SprachverstehenVerstehen: Kinder zeigen, ob sie ein Wort verstanden haben, und warum nicht. Sammler / Sammelbuch: neue Wörter festhalten. Wortbausteine: zusammengesetzte Wörter bauen (Hund + e + Hütte). Wortschatz-Rakete: ein Wort in sechs Stufen sichern. Strategien: elf Wort-Tricks als Karten.
SatzbauGrammatik sichtbar machenZielstruktur wählen (Verb an Stelle 2, dem oder den, Präposition + Dativ, weil-Satz, frei). Baustein-Karte antippen, dann Feld antippen. «Gross zeigen» für den Beamer, «Für die iPads freigeben» zum Üben.

Mathe

Im Bereich Mathe legst du Übungen an, zeigst sie am Beamer oder druckst sie als Blatt.

  1. Unter «Übungen» eine Übungsart wählen, z. B. Rechenpäckchen oder Hunderterfeld, und «+ Übung anlegen».
  2. Einstellungen setzen (beim Hunderterfeld: was gefragt ist, Anzahl Aufgaben). Die Vorschau zeigt die Aufgaben sofort.
  3. Unter «Für wen ist diese Übung?» einzelne Kinder, die ganze Klasse oder niemand wählen.
  4. «Am Beamer», «Blatt drucken» oder «Neue Aufgaben» für einen frischen Satz.

Weitere Mathe-Werkzeuge: der Einmaleins-Kaufladen (Satz und Rechnung nebeneinander, Kassenzettel, Rollenspiel), das Zerlegungshaus, die Lernkartei und die 1×1-Kartei in der Seitenleiste. «Sichern» oben speichert deine Mathe-Übungen als Datei.

Unsere Klasse: die Datenwerkstatt

Im Bereich Klasse stellt die Klasse sich selbst Fragen, sammelt Antworten und wertet sie aus.

  1. Unter «Erheben» eine Frage wählen, z. B. «Deine Lieblingsfarbe» oder «Wie kommst du zur Schule». Die Fragen sind nach Themen geordnet.
  2. Die Kinder wählen ihre Antwort am Beamer.
  3. Unter «Auswertung» erscheinen die Ergebnisse als Darstellung.
  4. Weiter zu Arbeitsblättern, Schulhofspielen, Tabelle, Leporello oder dem Klassenposter.

Mit «Export» und «Import» oben rechts sicherst du die Daten der Klasse.

Drucken: Etiketten, Silbenkarten, Bildkarten

Im Bereich Drucken entstehen Karten und Etiketten für Laminator und Etikettenbögen.

Wichtig beim Drucken: Im Druckdialog «100 %» bzw. «Tatsächliche Grösse» wählen, nicht «An Seite anpassen». Für Farben die Option «Hintergrundgrafiken» einschalten. Bei Etiketten zuerst einen Probedruck auf normales Papier machen.

Die iPads der Kinder

Kinder brauchen kein eigenes Konto. Die iPads verbinden sich über einen QR-Code mit deiner Freigabe.

  1. In einem Werkzeug (Blitzlesen, Satzbau, Arbeitsblatt, Mathe …) die Übung der ganzen Klasse oder einzelnen Kindern zuweisen und «Auf die iPads» bzw. «Für die iPads freigeben» wählen.
  2. Den QR-Code gross zeigen; die Kinder scannen ihn mit dem iPad und tippen ihren Namen an.
  3. Die Übung erscheint auf dem iPad bei den Übungen. Ergebnisse kommen nach jeder Runde zurück und tragen einen Alias statt des Vornamens.

Ohne Internet: Im Wochenplan erzeugt «iPad-Datei für diesen Plan» eine Datei mit dem Plan, seinen Bildern und der Basisschrift. Sie läuft auf dem iPad ohne Verbindung; es gibt keinen automatischen Rückweg der Ergebnisse.

Daten sichern und Hilfe

Deine Daten liegen lokal in diesem Browser. Sichere sie regelmässig, spätestens vor einem Gerätewechsel oder dem Löschen des Browserverlaufs.

Fachlicher Hintergrund

Sprachheilpädagogische Prinzipien

Classroom setzt anerkannte sprachheilpädagogische Prinzipien in Werkzeuge um, die im Unterricht ohne Vorbereitung bereitstehen. Grundidee: Sprache wird nicht nur geübt, sondern im ganzen Schultag sichtbar, wiederholbar und überprüfbar gemacht.

PrinzipFachlicher BezugUmsetzung in Classroom
KontextoptimierungMotsch: Zielstrukturen werden in Kontexten angeboten, die ihre Verarbeitung erleichtern, und gezielt hervorgehobenSatzbau mit wählbaren Zielstrukturen (Verbzweitstellung, Kasus, Präposition + Dativ, weil-Satz); Felder und Farben markieren die Position der Zielstruktur
Wortschatzarbeit mit StrategienWortschatzsammler (Motsch, Marks & Ulrich); Wortschatzrakete nach Stumpf & Hufnagel: Wörter mehrfach und auf verschiedenen Ebenen des mentalen Lexikons speichernWortschatz-Rakete in sechs Stufen, Wort-Tricks, Sammler und Sammelbuch; Kinder lernen, wie man sich ein Wort holt, nicht nur einzelne Wörter
Sprachverständnis überwachenVerstehensüberwachung: Kinder bemerken und benennen Nicht-VerstehenKarten «Ich habe es verstanden / nicht sicher / nicht verstanden» und Gründe (neues Wort, zu schnell, zu leise, zu lang); Routinen «Neues Wort klären» und «Wenn ich etwas nicht verstehe»
Silbe als Lese- und SchreibeinheitSilbenorientierte Ansätze im Schriftspracherwerb (u. a. silbenanalytische Methode nach Röber)Silbenfarben, Silbenbögen und -punkte auf Blättern, Plänen, Karten und am Beamer; Silben vorschlagen; Blitzlesen mit Silben
LautgestenLautgebärden als visuell-motorische Stütze der Laut-Buchstaben-ZuordnungLautgesten und Lauttafel; Gesten lassen sich auf der Tafel über den Text legen
Sprachsensibler Unterricht und ScaffoldingGibbons: sprachliche Gerüste, die schrittweise abgebaut werdenSatzstarter, W-Fragen, Erzählschiene; Aufträge in einstellbarer Ausführlichkeit
Strukturierung und VisualisierungStrukturierte Lernumgebungen (u. a. TEACCH): Ablauf, Zeit und Erwartung sichtbar machenTagesstart, Routinen in Bildschritten, Signale, Timer in fünf Darstellungen, bebilderte Wochenpläne
Mehrere ZugängeUniversal Design for Learning: Inhalte über verschiedene Kanäle anbietenBild, Wort, Silbe, Geste und Ton zum selben Inhalt; Hör-Blatt; «Nur Bilder» im Tagesplan
Sprache und Mathematik verbindenMathematik als sprachliches Handeln; DarstellungswechselEinmaleins-Kaufladen: Satz und Rechnung nebeneinander; Hunderterfeld wie im Zahlenbuch

Die Werkzeuge ersetzen keine Diagnostik und keine Therapie. Sie machen sprachfördernde Prinzipien im Klassenunterricht alltagstauglich, auch für Lehrpersonen ohne sprachheilpädagogische Ausbildung.