So arbeitest du mit Lautini Classroom
Von den ersten Schritten bis zum Wochenplan – und warum die Werkzeuge so gebaut sind, wie sie sind.
Erste Schritte
Classroom läuft im Browser auf classroom.lautini.ch. Du brauchst nur ein Konto und einen aktuellen Browser (Safari, Chrome, Edge).
- Auf der Startseite «30 Tage kostenlos testen» wählen und ein Konto anlegen. Eine Kreditkarte ist nicht nötig; die Testphase endet nach 30 Tagen von selbst.
- Danach jeweils über «Anmelden» einsteigen.
- Den Unterrichtscomputer an den Beamer anschliessen. Viele Seiten haben «Gross zeigen» für die Anzeige im Klassenzimmer.
So ist der Bildschirm aufgebaut
- Oben die Bereiche: Cockpit, Planarbeit, Mathe, Klasse, Lauttafel, Drucken und rechts das Menü.
- Links die Seitenleiste des Cockpits, nach Zweck geordnet: Vorbereiten, Im Unterricht, Üben & Sprache, Klasse und Extras. Reihenfolge und Sichtbarkeit lassen sich unter Extras anpassen.
- Unten rechts der Aufgabentier und die Werkzeugkiste für schnellen Zugriff während des Unterrichts.
- «Lokal gespeichert» oben zeigt: Deine Daten liegen auf diesem Gerät.
Klasse einrichten
Trag zuerst die Kinder ein; viele Werkzeuge greifen danach auf diese Liste zu (Zufall, Gruppen, Ämtli, Wochenplan, Etiketten, iPads).
- Im Bereich Klasse die Klassenliste öffnen und die Kinder eintragen.
- Nur Vornamen verwenden, keine Fotos der Kinder. Ergebnisse von den iPads erscheinen ohnehin unter einem Alias.
- Unter Bilder eigene Bilder hineinziehen. Classroom ordnet sie nach dem Dateinamen einem Wort zu; danach stehen sie im Arbeitsblatt, auf der Tafel, im Plan und in den Spielen bereit.
- Optional unter Extras die Seitenleiste anpassen und Werkzeuge ausblenden, die du nicht brauchst.
Im Unterricht: das Cockpit
Das Cockpit ist die Startseite für den Schultag. «Unterricht starten» öffnet die Ansicht für den Beamer, «Gross zeigen» vergrössert die aktuelle Seite.
| Werkzeug | Wofür | So gehts |
|---|---|---|
| Heute | Tagesstart als sprachliche Routine | Jahreszeit und Wetter antippen; «Wörter: an» zeigt die Wörter zu den Bildern. Der Satz «Heute ist …» steht in Schulschrift. |
| Timer | Zeit sichtbar machen | Darstellung wählen: Countdown, Balken, Sanduhr oder Lernuhr – je nachdem, was die Kinder lesen können. |
| Zufall | Fair auswählen | Name ziehen, Gruppen losen oder würfeln; ausgeloste Gruppen ins Gruppen-Board übernehmen. |
| Signale | Lautstärke und Arbeitsform | Signal wählen; es bleibt oben sichtbar, auch wenn ein anderes Werkzeug offen ist. |
| Gruppen | Gruppen-Board | Kinder Gruppen zuordnen und gross zeigen. |
| Tafel | Digitale Tafel | Karten, Bilder aus der Datenbank, freies Zeichnen. Rechts die Schalter für Silben und Lautgesten; dazu Lupe, Zeigestab, Spot und Abdecken. |
| Spiele | Beamer- und iPad-Spiele | Bild aufdecken, Quizwand, Risikowand, Glücksrad, Wörter-Bingo, Reimpaare, Laufquiz. Die Inhalte kommen aus deiner Bilddatenbank. |
| Routinen | Abläufe in Bildschritten | Routine antippen, dann «Schritt für Schritt gross zeigen». Eigene Routinen unter «Eigene Routine anlegen». |
| Ämtli | Klassendienste | Dienste und Kinder zuteilen, wöchentlich wechseln. |
Material erstellen
Unter «Vorbereiten» in der Seitenleiste entsteht dein Material. Silbenfarben (erste Silbe blau, zweite rot), Bilder und Basisschrift kommen automatisch dazu.
Arbeitsblätter (Blätter)
- Links unter «Baustein hinzufügen» einen Baustein wählen, z. B. Verbinden, Lückentext, Nachspuren, Rechnen oder Setzkasten. Über 40 Bausteine sind nach Zuordnen, Ordnen, Schreiben, Lesen & Material, Rechnen sowie Seite & Ablauf sortiert.
- Unten im Baustein Wörter eintragen. Silben trennst du mit Bindestrich (Ha-se); fehlt ein Bild, wählst du es über das Bildsymbol.
- Rechts unter «Kopf» Überschrift, Schrift und Format einstellen.
- «Drucken / PDF» für Papier, «Lösung» für das Lösungsblatt, «Hör-Blatt» für eine vorgelesene Fassung.
- Unter «Dieses Blatt auf den iPads» Kinder wählen und festlegen, ob sie das Blatt am iPad ausfüllen oder nur anschauen.
Arbeitsaufträge (Aufträge)
- «+ Neu», Titel eingeben, Material wählen (z. B. Leseblatt, Bleistift, Farbstifte).
- Die Schritte mit Bild eintragen. Unter «Ausführlichkeit» bestimmst du, wie kleinschrittig der Auftrag erscheint.
- Unter «Zugewiesen» die ganze Klasse oder einzelne Kinder wählen; «Zeigen» bringt den Auftrag an den Beamer.
Ideen und Präsentationen
- Ideen: Sammlung für Unterrichtsideen, die du später wieder brauchst.
- Präsentationen: Folien für Elternabende oder Einführungen, direkt aus deinen Bildern und Texten.
Planarbeit: Wochen- und Tagesplan
Im Bereich Planarbeit baust du Wochenpläne, die Kinder selbstständig lesen können: silbiert, farbig und mit Symbolen statt langer Texte.
- Oben das Kind wählen; mit «+ Kind» kommen weitere dazu. Die Zahl neben dem Namen zeigt die Anzahl Aufgaben.
- Unter Kopf Titel, Woche und Wochenziel eintragen.
- Unter Spalten & Optionen festlegen, welche Spalten der Plan hat (Uhrzeit, Ort, Sozialform, Material, Ablagefach …) und ob er im Hoch- oder Querformat erscheint.
- Unter Fächer und Material-Palette die Auswahl für deine Klasse zusammenstellen.
- «+ Aufgabe hinzufügen»: Fach und Text eingeben, dann die Knöpfe darunter setzen – allein oder mit Partner, Ort, Pflicht oder freiwillig, Material, Ablagefach, Zeit. Ein Kommentar erscheint als Hinweis für das Kind.
- Rechts wächst die Vorschau mit. «Drucken / PDF» für Papier oder «iPad-Datei für diesen Plan» für das iPad.
Symbole auf dem Plan: Stern = Pflicht, Regenbogen = Wahl, Figuren = allein, mit Partner oder in der Gruppe. Unten füllt das Kind die Selbsteinschätzung aus.
Tagesplan: Zwei Gruppen im Wechsel stehen nebeneinander, jede in ihrer Farbe. «Nur Bilder» hilft Kindern, die die Uhrzeit noch nicht lesen.
Sprache fördern
Die Sprachwerkzeuge findest du unter «Üben & Sprache» und «Im Unterricht». Fast alle lassen sich gross am Beamer zeigen und für die iPads freigeben.
| Werkzeug | Wofür | So gehts |
|---|---|---|
| Lautgesten | Laut-Buchstaben-Zuordnung stützen | Laut wählen und Geste gross zeigen; auf der Tafel lassen sich die Gesten über den Text legen. |
| Lauttafel BETA | Laute hören, Silben und Wörter bauen | Modus wählen: Laute, Silben oder Wörter; Anzeige mit Geste, Buchstabe oder beidem. Unter «Lauttafel anpassen» eigene Laute und Gestenbilder. Noch nicht alle Laute haben echte Aufnahmen; Silben ohne Aufnahme bleiben stumm. |
| Blitz | Leseflüssigkeit | Übung mit Silben oder Wörtern anlegen, Tempo und Wiederholungen einstellen, «Hier üben» am Beamer oder «Auf die iPads». Unter «Rückmeldungen» siehst du, wer wie weit ist. |
| Tandem | Partnerlesen | Zwei Kinder lesen abwechselnd; Paare und Texte festlegen. |
| Wortwerkstatt | Wörter untersuchen | Wörter in Silben, Laute und Bausteine zerlegen. |
| Sprache | Erzählen und Gespräch | Satzstarter (Erzählen, Beschreiben, Ablauf erklären, Meinung sagen, Vermuten, Vergleichen), W-Fragen, Erzählschiene, Gefühle. |
| Wörter | Wortschatz und Sprachverstehen | Verstehen: Kinder zeigen, ob sie ein Wort verstanden haben, und warum nicht. Sammler / Sammelbuch: neue Wörter festhalten. Wortbausteine: zusammengesetzte Wörter bauen (Hund + e + Hütte). Wortschatz-Rakete: ein Wort in sechs Stufen sichern. Strategien: elf Wort-Tricks als Karten. |
| Satzbau | Grammatik sichtbar machen | Zielstruktur wählen (Verb an Stelle 2, dem oder den, Präposition + Dativ, weil-Satz, frei). Baustein-Karte antippen, dann Feld antippen. «Gross zeigen» für den Beamer, «Für die iPads freigeben» zum Üben. |
Mathe
Im Bereich Mathe legst du Übungen an, zeigst sie am Beamer oder druckst sie als Blatt.
- Unter «Übungen» eine Übungsart wählen, z. B. Rechenpäckchen oder Hunderterfeld, und «+ Übung anlegen».
- Einstellungen setzen (beim Hunderterfeld: was gefragt ist, Anzahl Aufgaben). Die Vorschau zeigt die Aufgaben sofort.
- Unter «Für wen ist diese Übung?» einzelne Kinder, die ganze Klasse oder niemand wählen.
- «Am Beamer», «Blatt drucken» oder «Neue Aufgaben» für einen frischen Satz.
Weitere Mathe-Werkzeuge: der Einmaleins-Kaufladen (Satz und Rechnung nebeneinander, Kassenzettel, Rollenspiel), das Zerlegungshaus, die Lernkartei und die 1×1-Kartei in der Seitenleiste. «Sichern» oben speichert deine Mathe-Übungen als Datei.
Unsere Klasse: die Datenwerkstatt
Im Bereich Klasse stellt die Klasse sich selbst Fragen, sammelt Antworten und wertet sie aus.
- Unter «Erheben» eine Frage wählen, z. B. «Deine Lieblingsfarbe» oder «Wie kommst du zur Schule». Die Fragen sind nach Themen geordnet.
- Die Kinder wählen ihre Antwort am Beamer.
- Unter «Auswertung» erscheinen die Ergebnisse als Darstellung.
- Weiter zu Arbeitsblättern, Schulhofspielen, Tabelle, Leporello oder dem Klassenposter.
Mit «Export» und «Import» oben rechts sicherst du die Daten der Klasse.
Drucken: Etiketten, Silbenkarten, Bildkarten
Im Bereich Drucken entstehen Karten und Etiketten für Laminator und Etikettenbögen.
- Schüleretiketten: Namen eintragen oder «Aus Klasse laden», Anzahl pro Name wählen. Ein Bild neben dem Namen hilft Kindern, die noch nicht lesen. Bei einem angebrauchten Bogen die Nummer des ersten freien Etiketts eingeben.
- Silbenkarten: Wörter eintragen, eins pro Zeile, Silben mit | oder - trennen oder «Silben vorschlagen». Farbfolge, Punkte oder Bögen, Kartengrösse und Schrift wählen. Zwischen den Karten bleiben 6 mm Rand für die Laminierfolie.
- Bilder: Lautini-Bild wählen oder eigenes hochladen, Bilder pro Seite und Beschriftung (keine, Wort, Wort in Silben) einstellen, Schneidelinien ein- oder ausschalten.
Wichtig beim Drucken: Im Druckdialog «100 %» bzw. «Tatsächliche Grösse» wählen, nicht «An Seite anpassen». Für Farben die Option «Hintergrundgrafiken» einschalten. Bei Etiketten zuerst einen Probedruck auf normales Papier machen.
Die iPads der Kinder
Kinder brauchen kein eigenes Konto. Die iPads verbinden sich über einen QR-Code mit deiner Freigabe.
- In einem Werkzeug (Blitzlesen, Satzbau, Arbeitsblatt, Mathe …) die Übung der ganzen Klasse oder einzelnen Kindern zuweisen und «Auf die iPads» bzw. «Für die iPads freigeben» wählen.
- Den QR-Code gross zeigen; die Kinder scannen ihn mit dem iPad und tippen ihren Namen an.
- Die Übung erscheint auf dem iPad bei den Übungen. Ergebnisse kommen nach jeder Runde zurück und tragen einen Alias statt des Vornamens.
Ohne Internet: Im Wochenplan erzeugt «iPad-Datei für diesen Plan» eine Datei mit dem Plan, seinen Bildern und der Basisschrift. Sie läuft auf dem iPad ohne Verbindung; es gibt keinen automatischen Rückweg der Ergebnisse.
Daten sichern und Hilfe
Deine Daten liegen lokal in diesem Browser. Sichere sie regelmässig, spätestens vor einem Gerätewechsel oder dem Löschen des Browserverlaufs.
- Sicherung erstellen: Menü → «Sicherung erstellen» lädt eine vollständige Sicherungsdatei herunter. Sie ist unverschlüsselt; bewahre sie geschützt auf.
- Sicherung öffnen: Menü → «Sicherung öffnen» stellt einen Stand wieder her, z. B. auf einem neuen Gerät. Das Fenster während der Wiederherstellung geöffnet lassen.
- Eigener Ordner: Auf dem Computer kannst du einen Ordner verbinden, in den Classroom Sicherungen schreibt.
- Version prüfen: Unten in der Seitenleiste steht der Versionsstempel (Datum und fünf Zeichen). Zeigt ein Gerät einen älteren Stand, die Seite neu laden.
- Hilfe: Unter «Hilfe» in der Seitenleiste; Fragen an info@lautini.ch.
Sprachheilpädagogische Prinzipien
Classroom setzt anerkannte sprachheilpädagogische Prinzipien in Werkzeuge um, die im Unterricht ohne Vorbereitung bereitstehen. Grundidee: Sprache wird nicht nur geübt, sondern im ganzen Schultag sichtbar, wiederholbar und überprüfbar gemacht.
| Prinzip | Fachlicher Bezug | Umsetzung in Classroom |
|---|---|---|
| Kontextoptimierung | Motsch: Zielstrukturen werden in Kontexten angeboten, die ihre Verarbeitung erleichtern, und gezielt hervorgehoben | Satzbau mit wählbaren Zielstrukturen (Verbzweitstellung, Kasus, Präposition + Dativ, weil-Satz); Felder und Farben markieren die Position der Zielstruktur |
| Wortschatzarbeit mit Strategien | Wortschatzsammler (Motsch, Marks & Ulrich); Wortschatzrakete nach Stumpf & Hufnagel: Wörter mehrfach und auf verschiedenen Ebenen des mentalen Lexikons speichern | Wortschatz-Rakete in sechs Stufen, Wort-Tricks, Sammler und Sammelbuch; Kinder lernen, wie man sich ein Wort holt, nicht nur einzelne Wörter |
| Sprachverständnis überwachen | Verstehensüberwachung: Kinder bemerken und benennen Nicht-Verstehen | Karten «Ich habe es verstanden / nicht sicher / nicht verstanden» und Gründe (neues Wort, zu schnell, zu leise, zu lang); Routinen «Neues Wort klären» und «Wenn ich etwas nicht verstehe» |
| Silbe als Lese- und Schreibeinheit | Silbenorientierte Ansätze im Schriftspracherwerb (u. a. silbenanalytische Methode nach Röber) | Silbenfarben, Silbenbögen und -punkte auf Blättern, Plänen, Karten und am Beamer; Silben vorschlagen; Blitzlesen mit Silben |
| Lautgesten | Lautgebärden als visuell-motorische Stütze der Laut-Buchstaben-Zuordnung | Lautgesten und Lauttafel; Gesten lassen sich auf der Tafel über den Text legen |
| Sprachsensibler Unterricht und Scaffolding | Gibbons: sprachliche Gerüste, die schrittweise abgebaut werden | Satzstarter, W-Fragen, Erzählschiene; Aufträge in einstellbarer Ausführlichkeit |
| Strukturierung und Visualisierung | Strukturierte Lernumgebungen (u. a. TEACCH): Ablauf, Zeit und Erwartung sichtbar machen | Tagesstart, Routinen in Bildschritten, Signale, Timer in fünf Darstellungen, bebilderte Wochenpläne |
| Mehrere Zugänge | Universal Design for Learning: Inhalte über verschiedene Kanäle anbieten | Bild, Wort, Silbe, Geste und Ton zum selben Inhalt; Hör-Blatt; «Nur Bilder» im Tagesplan |
| Sprache und Mathematik verbinden | Mathematik als sprachliches Handeln; Darstellungswechsel | Einmaleins-Kaufladen: Satz und Rechnung nebeneinander; Hunderterfeld wie im Zahlenbuch |
Die Werkzeuge ersetzen keine Diagnostik und keine Therapie. Sie machen sprachfördernde Prinzipien im Klassenunterricht alltagstauglich, auch für Lehrpersonen ohne sprachheilpädagogische Ausbildung.